"West-Side-Story" verzaubert

Musical-AG: "West Side Story"

Auszüge aus der weltbekannten „West Side Story“ präsentierte die Musical-AG der Reischach-Realschule am Dienstagabend in der Donauhalle.

Broadway-Atmosphäre herrschte am Dienstagabend in der Donauhalle, als die 16 Schüler der Musical-AG der Reischach-Realschule Auszüge aus der weltbekannten „West Side Story“ darboten. Neben ihrem schauspielerischen Talent stellten die Schüler der beiden siebten Klassen auch ihr tänzerisches und gesangliches Können unter Beweis. Mit stehenden Ovationen bedankten sich die zahlreichen Zuschauer für die mehr als unterhaltsame Darstellung, bei der sie nach New York in den 50er Jahren versetzt wurden. Dort herrscht eine große Arbeitslosigkeit, Armut und Langeweile treiben die Jugendlichen auf die Straße, die sich zu Gangs zusammenschließen. Zwei dieser Gangs kämpfen um den Bezirk der West Side: Die „Jets” eine Gruppe weißer, amerikanischer Jugendlicher, gefährlich und blitzschnell im Angriff und die puertorikanischen „Sharks“, die Haifische. Die Jets um Anführer Riff (Dominik Gessler) und die Sharks, die von dem Lationo Bernado (Julian Wüst) angeführt werden, bekriegen sich bis aufs Blut und nicht selten kann nur noch die Polizei Schlimmeres verhindern. Tony (Michelle Dietrich), ehemaliges Mitglied der Jets, und Maria (Sarah Metzech), Schwester von Bernado, verlieben sich ineinander und für eine kurze Zeit scheint es die Chance zu sein, endlich Frieden zwischen den verfeindeten Gangs herzustellen. Doch wie es im Leben so ist kommt alles anders: Die Auseinandersetzungen werden härter und bei der finalen Schlacht eskaliert die Situation: Riff, Bernado, Tony und andere Mitglieder beider Gangs sterben. Die jugendlichen Musical-Darsteller gingen ganz in ihren Rollen auf.

Man merkte ihnen an, wie viel Freude und Spaß sie daran hatten, das Ergebnis ihrer monatelangen Probearbeiten, unter der Regie der beiden Realschullehrerinnen und Leiterinnen der Musical-AG Elena Hotaki und Susi Dömötor, ihrem Publikum präsentieren zu können. Ihre Begeisterung und die tolle Darbietung ließen den Funken zum Publikum schnell überspringen. Musikalisch unterstützt wurden die Laienschauspieler von Schülern der achten und neunten Klasse. Rund ein halbes Jahr haben die Schüler für diesen Abend geprobt. Auch zwei Probewochenenden wurden angesetzt, damit auch alles klappt. Und die viele Arbeit und Mühe hatte sich wirklich gelohnt: Wie Profis setzten sich die „Jets”, bestehend aus Dominik Gessler, Ilirian Halilaj, Niclas Zeller, Seraina Bödeker, Jessica Genevé, Jana Memedow und Lisa Schmidt, und die „Sharks“ mit Julian Wüst, Julian Chreim, Valentin Schmid, Theresa Messmer, Sabrina Kaiser, Albana Halilaj und Christina Landeis, in Szene und begeisterten ihre Gäste.

Christina Fröhlin, SÜDKURIER 23.07.2009




Tolle Premiere mit "Dreigroschenoper"

Eine mehr als gelungene Premiere feierte die Theater AG der Immendinger Reischach-Realschule, die am Sonntagabend die "Dreigroschenoper" von Berthold Brecht in der Aula der Schlossschule aufführte. Die Akteure, Schüler der siebten Klasse, setzten die recht anspruchsvolle Literatur und die verschiedenen Charaktere der Personen gekonnt in Szene und ernten dafür tosenden Applaus.

Erst das Fressen, dann die MoralSeit Beginn des Schuljahres, das sich so langsam seinem Ende neigt, haben sich die Schüler der siebten Klasse zusammen mit der Musiklehrerin Elena Veit, die die Theater AG ins Leben rief und den Referendaren Susanne Dömötör und Andreas Hauser, mit diesem Stück beschäftigt. Einmal in der Woche trafen sich die jungen Laienschauspieler außerhalb des Unterrichts und studierten das bekannteste und berühmteste Stück Brechts ein, das am 31. August 1928 im Berliner Theater am Schiffbauerdamm uraufgeführt wurde.

Brechts Stück, in dem Bettler, Huren und Räuber auftreten, stellt die dunkle, kriminelle Seite der großstädtischen Welt dar.

"Sie werden jetzt eine Oper hören, die, weil sie so prunkvoll gedacht war, wie sie nur Bettler erträumen, und die, weil sie so billig sein sollte, dass Bettler sie bezahlen können, Dreigroschenoper heißt", begrüßte Hauser in seiner Rolle als Conférencier die Gäste. Die Oper spielte 1920 im Londoner Stadtteil Soho. Hier kontrolliert der "Bettlerkönig" Peachum (Theresa Messmer), der mit Celia Peachum (Sabrina Kaiser) verheiratet ist, den Markt: Er schlägt aus dem Elend Kapital, indem er gesunde Bedürftige als Krüppel ausstaffiert und sie betteln schickt. Als seine Tochter Polly (Albana Halilaj) heimlich den Gentleman-Räuber Macheath (Ilirian Halilaj), auch Mackie Messer genannt, heiratet, ist Peachum außer sich.

Er zwingt Polizeiinspektor Brown (Christina Landeis), der mit Mackie Messer befreundet ist, ihm die Freundschaft zu kündigen und ihn zu verhaften, andernfalls würde er sein gewaltiges Bettlerheer gegen den Krönungszug der Königin aufhetzen. Die Tochter des Polizeichefs befreit ihn aus dem Gefängnis und er flieht aus alter Gewohnheit ins Hurenhaus zu den Damen des horizontalen Gewerbes, Spelunken-Jenny (Jessica Genevé), Dolly (Lisa Schmidt) und Betty (Sabrina Kaiser). Dort wird er abermals verraten und erneut verhaftet. Da aber weder Mackies Bandenmitglieder Münz-Matthias (Phillip Jung) und Trauerweiden-Walter (Dominik Gessler) noch Polly bereit sind, Geld zu opfern, um einen Aufseher zu bestechen und ihn zu befreien, scheint Mackies Gang zum Galgen diesmal unaufhaltsam.

Doch die "Dreigroschenoper" hat ein Happy-End: Kurz vor der Hinrichtung verkündet Polizeiinspektor Brown, dass die Königin Mackie begnadigt und ihn in den Adelsstand erhebt.

Die jungen Theaterspieler hatten sichtlich Spaß an ihrer Aufführung, bei der sie nicht nur ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellten, sondern auch, dass Sie singen und tanzen können. Die Moritat von Mackie Messer, in der alle zusammen die Untaten des Gaunerbosses vorstellten, entpuppt sich als wahrer Hörgenuss. Musikalisch umrahmt wurde die Aufführung von sechs Musikern der Klassen sieben, acht und zehn. Geschminkt wurden die Theaterspieler von Renate Maglof, die in Immendingen einen Frisörsalon betreibt.

Da alle Gäste der Meinung waren, dass es viel zu schade sei, dass die rundum gelungene Aufführung nur einmal auf die Bühne gebracht werde, soll die "Dreigroschenoper" im September nochmals aufgeführt werden.


Christina Fröhlin, SÜDKURIER 22.07.2008





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