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Streiten gehört zum „Miteinander umgehen“ –
Streitschlichtung an der Reischach-Realschule
Auch im Schuljahr 2007/2008
wurden im Rahmen des SE-Projekts Schüler und Schülerinnen der
7./8. Klassen zu Streitschlichtern ausgebildet. Die Neuen sind:
Dorothea Mayer & Michael Safarczyk (7), Niklas Zeller & Julian
Wüst (7), Dennis Hegedis & Michael Jung (7/8), Mathias Rapp
& Felix Schacherer (8).
Das sind unsere
Streitschlichter
Konfliktlösung im
Schulalltag
Konflikte zwischen Schülern gibt es tagtäglich. Es wird
geschubst, gerempelt, Sachen von anderen werden beschädigt, es
wird gelästert und ausgegrenzt - um nur einige Beispiele zu
nennen. Aus Zeitnot werden viele dieser Konflikte zwischen „Tür
und Angel" geregelt. Selten werden befriedigende Lösungen
gefunden. Oft wird eine Art „Waffenstillstand" oder nur eine
Verlagerung des Konflikts erreicht (z.B. nach der Schule oder andere
Personen werden mit in den Konflikt hineingezogen). Häufiger gibt
es aber auch Bestrafungen des vermeintlich „Schuldigen". Der Vorfall
scheint zunächst geregelt, da aber der Konfliktherd nicht
beseitigt wurde, kann der Streit bei der nächsten Gelegenheit
wieder aufflackern. Ein Weg, wirksamere Konfliktregelungen zu
erreichen, ist die Streitschlichtung
durch Schüler.
Schüler vermitteln
als Unparteiliche in Streitfällen zwischen Mitschülern
Ziel ist nicht,
den „Schuldigen“ zu ermitteln, sondern vielmehr den
Konfliktparteien Hilfe anzubieten, damit sie ihren Streit
selbständig lösen können. Eine Grundannahme der
Vermittlung bzw. Streitschlichtung ist, dass die Beteiligten sich eher
an Abmachungen halten, die sie selbst ausgearbeitet haben.
Schüler, die einen Konflikt mit Hilfe der Streitschlichter
untereinander gelöst haben, können sich wieder begegnen.
Keiner hat verloren sodass niemand Gelegenheiten suchen muss,
Rache zu nehmen.
Streitschlichtung ist ein Verfahren mit
festem Ablauf und Regeln. So
erhalten z.B. beide Streitparteien die Möglichkeit, die Situation
aus ihrer Sicht darzustellen. Die Streitschlichter wiederholen, fassen
zusammen, fragen nach, vermitteln, ergreifen aber niemals Partei oder
fällen ein Urteil. Im Laufe der Vermittlung sollen sich die
Streitparteien über ihre Interessen, Gefühle und
Bedürfnisse, die mit dem Streit in Verbindung stehen, bewusster
werden und nach einer fairen und umsetzbaren Lösung für die
Zukunft suchen. Die mögliche Lösung, auf die sie sich
letztlich einigen, wird in einem Vertrag schriftlich festgehalten. Das
Gespräch findet in einem ungestörten Raum statt und wird
absolut vertraulich behandelt, d.h. weder die Streitschlichter noch die
Konfliktparteien dürfen das, was im Streitschlichterraum
besprochen wurde, anderen Personen berichten.
Die
Streitschlichterausbildung
Die Streitschlichterausbildung findet hauptsächlich im Rahmen des
Projekts „Soziales Engagement“ statt und dauert mindestens eine Woche.
Da diese Projektwoche nicht ausreicht um
Gesprächsbedürfnisse, die sich vor allem anschließend
aus der alltäglichen Praxis ergeben, zu besprechen, finden
regelmäßig Nachtreffen bzw. Auffrischungskurse statt. Ziel
der Streitschlichterausbildung ist unter anderem die Entwicklung
folgender personaler und sozialer Fähigkeiten:
- Selbstvertrauen und Einsicht durch
Verantwortungsübernahme und Wertschätzung eigener
Fähigkeiten
- genaues Zu- und Hinhören
- eigene Bewertungen zurückhalten (neutrale
Sicht wahren)
- Stimmungen und Gefühle bei sich und anderen
„orten“
- Bewusstheit über eigene Körpersprache
Die oben genannten persönlichkeitsbildenden
Fähigkeiten sind
nicht zuletzt für die Streitparteien bedeutsam. Gelingt es erst
einmal für einen Konflikt Lösungen selbständig zu
finden, wächst das Vertrauen bei den Streitenden, auch in Zukunft
die erfolgreiche Strategie (ohne Hilfe) anzuwenden.
Wie erreiche ich die
Streitschlichter?
Der einfachste Weg ist, mit Frau Scharpf oder Frau Veit, die das
Projekt betreuen, in Kontakt zu treten. Sie kümmern sich um alles
Weitere. Selbstverständlich können sich die Betroffenen oder
Personen, die von dem Streit erfahren, auch direkt an die
Streitschlichter wenden. Die Streitschlichtung selbst findet entweder
in der großen Pause oder zu einem persönlich vereinbarten
Termin im Streitschlichterraum (Bibliothek) statt. Soviel Zeit ist
immer drin!
Elena Veit / Ingrid Scharpf
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