Hattingen (wf) Der
Hattinger Diplom Ingenieur (FH)
Armin Scherzinger wurde bei der 80. Jahrestagung der
Paläontologischen
Gesellschaft in München für seine hohen Verdienste um die
Paläontologie mit der
Karl Alfred von Zittel-Medaille ausgezeichnet.
Der
aus Hattingen stammende Diplom Ingenieur (FH) Armin
Scherzinger wurde in München für seine Verdienste um die
Paläontologie mit der
Karl Alfred von Zittel-Medaille ausgezeichnet.
Der besondere Stellenwert
der Ehrung
liegt darin, dass die verliehene Medaille die höchste Auszeichnung
auf diesem
Gebiet ist, die in Deutschland erreicht werden kann. Armin Scherzinger
wurde
diese Auszeichnung bereits im Alter von 38 Jahren zu Teil, was eine
Ausnahme
darstellt.
Angeregt von dem
Fossilien
sammelnden Pfarrer Josef Keller interessierte sich Armin Scherzinger
schon ab
seiner Jugend für Fossilien, vor allem für diejenigen aus
seiner Heimat, dem
Gebiet der Oberen Donau und des nördlichen Hegaus. Schon vor
nahezu 20 Jahren
kam ein sehr enger und nachhaltiger Kontakt mit dem Naturkundemuseum in
Stuttgart zu Stande. Neben Schule und Studium arbeitete sich der heute
beim
Landratsamt Ludwigsburg wirkende Landschaftsarchitekt und -planer in
die
Ammonitenfaunen des Oberen Weißjura ein. Waren bis in die 1990er
Jahre aus der
jüngsten Formation des Schwäbischen Oberjura nur einige
Dutzend Einzelstücke an
Ammoniten bekannt, konnte er die Zahl der Belege inzwischen
vervielfachen. Aus
dem Gebiet umfasst seine Spezialsammlung etwa 8000 Exponate, was wohl
die
größte Privatsammlung auf diesem Gebiet darstellt.
Tertiäre
Wirbeltierreste kamen als
weiterer Sammlungsschwerpunkt hinzu. Armin Scherzinger gewann auf
diesem Gebiet
für die Wissenschaft neue Erkenntnisse, die inzwischen in
über 25 Artikeln in
verschiedenen nationalen und internationalen Fachzeitschriften
publiziert wurden.
Sein Interesse an den
Oberjura-Ammoniten – eine Art trägt sogar seinen Namen –
beschränkte sich nicht
nur auf seine eigene Heimat. Er steht inzwischen mit Fachkollegen aus
Russland,
England, Frankreich, Ungarn und Argentinien in Kontakt. Ein Freund von
ihm
arbeitet beispielsweise an der russischen Akademie der Wissenschaften
in
Moskau. Teilweise abenteuerliche Expeditionen führten ihn nicht
nur 2600
Kilometer quer durch Zentralrussland, sondern auch zu Fundstätten
in
Argentinien.
Seine
Kenntnisse und Erfahrungen bringt er in nationale und internationale
Jura-Arbeitsgruppen ein. Aber auch an der Vermittlung
geologisch-paläontologischer Inhalte an die breite
Öffentlichkeit hat er sich
erfolgreich beteiligt. So tragen die beiden Geolehrpfade von Nusplingen
und
Steinheim am Albuch seine Handschrift.
(IMMENDINGEN-HINTSCHINGEN/ipf)
Als
Anja
Keller
vor
einem
Jahr den Rucksack packte, um für ein Jahr in
Brasilien als Missionarin auf Zeit zu arbeiten sagte sie. „Ich bin dann
mal
weg“, und war gespannt darauf, was auf sie zukommen würde. Jetzt
ist sie wieder
zu Hause angekommen – mit vielen Eindrücken.
Zum Abschied gab es eine
Riesenumarmung-(Foto: ipf)
Anja Keller
genießt die heimische Küche, den geregelten Alltag die
Sauberkeit allerorts,
und manchmal kommt es ihr so vor, als sei alles nur ein Traum.
„Das Jahr
in Brasilien war einfach unvergesslich und super toll“, sagt Anja
Keller. Von
den gesammelten Erfahrungen werde sie sicher ihr ganzes Leben zehren
können. In
der Anfangzeit habe es viele schwierige Situationen gegeben, die
gemeistert
werden mussten, alleine schon das Sprachproblem. Umso stolzer macht es
sie, dass
sie heute von sich sagen kann, die portugiesische Sprache
fließend zu
beherrschen.
Leben,
erleben, beleben, ausleben, vielleicht auch „überleben“, all diese
Worte
verbindet sie mit ihrem Aufenthalt in einem impulsiven, starken und
wunderschönen, aber mit immer noch vielen gesellschaftlichen
Problemen
behafteten Land, in dem man trotz allem Lebensfreude pur begegne, so
Anja
Keller.
Sie fand
viele Freunde, auch unter den Kindern und Jugendlichen, die sie
betreute, und
das nicht nur wegen ihrer Köpergröße und ihrer blonden
Haare. Sie verstand es,
mit den ihr Anvertrauten umzugehen, und bei Besuchen in den Familien
ihrer
Freunde wurde sie sogar mit einem Glas Bier und einem „schön, dass
du da bist“
begrüßt.
„Du bist
doch meine Mama“
Der Monat
Juni, der Festmonat zu Ehren des Sankt Johannes, war für Anja
quasi der Beginn
ihrer Abschiedesfeste, und die Schüler der Oberstufe nahmen sie in
ihre
Tanzgruppe auf. Und im eigens geschneiderten Kostüm durfte die
Quadrilha
mittanzen.
Auch
ihren 20. Geburtstag durfte Anja Keller in Brasilien feiern, und alle,
die
Freunde, die Schwestern die Schülerinnen und Schüler und die
Kleinsten im
Kindergarten, gratulierten auf ihre Weise. Alle hatten die große
Blonde
mittlerweile ins Herz geschlossen und das so sehr, dass ein kleines
Mädchen zum
Abschied meinte: „Aber du darfst doch nicht gehen, du bist doch meine
Mama“.
Mit jedem der Abschiedsfeste kam auch der Tag der Rückkehr
näher. Zusammen mit
Theresa, einer deutschen „Malerin“ die in Paraguay war, und mit der sie
auch
die Ferien im Juli verbrachte, saß sie dann nach einem Jahr
Brasilien wieder im
Flugzeug nach Frankfurt, wo beide von ihren Familien erwartet wurden.
Geisingen
–
Die
19-jährige
Geisingerin
Anna
Theresa
Degen
flog
am Freitag nach Mexiko. Elf Monate lang wird sie im
Bundesstaat
Michoacán im Rahmen des entwicklungspolitischen
Freiwilligendienstes an einer
Grund- und Mittelschule tätig sein.
Abschied
nehmen nach vielen organisatorischen Arbeiten hieß es für
Anna Theresa Degen
von Familie und Freundinnen. Unser Bild zeigt vorne von links Carina
Bertsche
und Anna Theresa Degen, hinten Sarah Becker und Saskia Loleit. Bild:
Haug
Die
19-Jährige hat kürzlich ihr Abitur an den Mettnauschulen in
Radolfzell
(Sozialpädagogisches Gymnasium) abgelegt und will vor ihrem
Studium etwas von
der Welt sehen und sich sozial engagieren.
Spanisch
hatte sie einige Jahre in der Schule gelernt, vor dem Besuch der
Mettnauschule
war sie in Immendingen an der Realschule. Bei der Suche nach einer
Aufgabe im
Ausland kam Degen auf zwei Organisationen. Einmal „weltwärts“, ein
entwicklungspolitischer Freiwilligendienst, der vom Bundesministerium
für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) initiiert und
gefördert
wird, und zum anderen die „igd“, die internationale
Jugendgemeinschaftsdienste.
Dahinter verbirgt sich eine der ältesten und größten
Freiwilligendienst-Organisationen in Deutschland. Sie ist die
eigentliche
Entsendeorganisation, die wiederum von weltwärts anerkannt ist.
Die Kosten dieses
Freiwilligendienstes werden zu 75 Prozent vom Bundesministerium
übernommen, die
Organisation erwartet von den Freiwilligen, dass sie für die
Finanzierung des
letzten Viertels einen Förderkreis aufbauen und sich um den Rest,
es handelt
sich immerhin um einen Betrag von 1650 Euro, selbst kümmern. Schon
zweimal war
Anna Theresa vor der großen Reise auf einwöchigen
Vorbereitungsseminaren in
Göppingen.
In
Michoacán wird sie an einer Grund- und Mittelschule den Kindern
Englisch
unterrichten. Sie freut sich auf ihre neue Aufgabe, auf die Menschen
und die
Kultur in Mexiko. Wo sie genau eingesetzt wird, ist noch nicht klar.
Und vor
dem Abflug hieß es noch vieles zu regeln. Und vom großen
Freundeskreis galt es
sich zu verabschieden. Immer wieder in den letzten Tagen fanden kleine
Abschiedsfeten in der Mohrengasse statt, die letzte mit den Freundinnen
Carina,
Sarah und Saskia am Abend vor der endgültigen Abreise. Am
Freitagmorgen folgte
der endgültige Abschied von den Eltern, Judith und Rolf sowie
Bruder Johannes ehe
der Flieger abhob.
Geisingen/Gutmadingen
(ph) Es gibt Personen und Persönlichkeiten, auf die eine Gemeinde
und Region
stolz sein kann und darf. Im Bereich der verstorbenen bekannten
Persönlichkeiten, die teilweise in Gutmadingen ihre Kindheit
verbrachen oder
Gutmadinger Wurzeln haben, sind hier Felix Wankel, Kardinal Bea oder
Professor
Dr. Siegfried Bader zu nennen. Nun hat Gutmadingen einen der
jüngsten
Professoren Deutschlands, Christian Keller.
Christian
Keller aus Gutmadingen ist mit 31 Jahren schon Professor.
Bild: Haug
Der
31-jährige Prof. Dr. Christian Keller lehrt und forscht seit
wenigen Wochen an
der SRH-Hochschule in Heidelberg. Die SRH-Hochschule (Stiftung
Rehabilitation
Heidelberg) ist die älteste und zugleich größte private
Hochschule
Deutschlands. Keller lehrt und forscht im Master-Studiengang
Sportmanagement an
der Hochschule. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen
Restrukturierung und
Tumaround-Managment, strategisches Management, Corporate Finance sowie
Vermarktung (vorwiegend Sponsoring). Keller erhielt die
Professoralisierungsurkunde von Hochschulrektor Professor Jörg
Winterberg. So
wie die Auszeichnung von Keller bei der Promotion vor zwei Jahren war
„magna
cum laude“ – mit großem Lob als besonders anzuerkennende Leistung
die Prüfungen
von Schule, Studiengänge. Neben Schule und Studiengängen
blieb Keller seinem
Hobby treu, dem Fußball. Im Fußball und Sport dreht sich
eben mehr als nur
alles um den Ball. Viele der Prüfungen von der Realschule,
Wirtschaftsgymnasium, zahlreiche Studiengänge, Diplomarbeit,
Promotion. Immer
stand Christian Keller im Rampenlicht unübersehbar nicht nur
aufgrund seiner
Größe, sondern von seinen Leistungen. Preise, Auszeichnungen
für die Prüfungen,
die eins vorne, und dahinter oft auch die null. Einem dem das Lernen
leicht
fiel. Fußball kann er nicht mehr spielen aufgrund einer
Verletzung, er hat
Tuttlingen trainiert, vor zwei Jahren sprang er in Gutmadingen als
Trainer ein,
um seinen Heimatverein zu unterstützen. Inzwischen hat er
sämtliche
Fußball-Trainer-Lizenzen und ist Mitglied im Bund Deutscher
Fußball-Lehrer und
kann auch Trainerreferenzen von höherklassigen Mannschaften
vorweisen. Vor zwei
Jahren begann er eine Tätigkeit als Senior Consultant mit
Projektleitungsverantwortung für die actori GmbH in München.
Trotz all seiner
Erfolge blieb er bodenständig. Immer wieder besucht er seine
Heimat
Gutmadingen. Für seine Familie und seine Freunde bleibt er der
Christian, ein
Kumpel und ein Freund. So will er es auch.